Wie wir helfen - Betreuungsangebote

Einleitung AAT und CT

In unserer Gesellschaft sind Gewalt und aggressives Verhalten bei Jugendlichen zu zwei zentralen Themen geworden.

Diesen Problemen können und dürfen wir uns als Jugendhilfeeinrichtung nicht entziehen. Wir werden in unserer Arbeit täglich damit konfrontiert und stoßen mit konventionellen Methoden der Sozialarbeit bei aggressiven Kindern und Jugendlichen oft an Grenzen.Diesen Problemen trägt das Martinswerk u.a. insofern Rechnung, als das es über zwei vom ISS anerkannte Anti-Gewalt-Trainer verfügt, die in der Einrichtung Anti-Aggressivitäts-Trainings ® (AAT) und Coolnesstrainings ® (CT) durchführen.

AAT und CT sind in diesem Zusammenhang jedoch nicht als Allheilmittel zu betrachten sondern stellen bei einem Großteil der entsprechenden Kinder und Jugendlichen häufig die einzige Möglichkeit da diese zu erreichen. Jugendlichen und Kindern wird in und durch die Trainings eine Verantwortung für ihr gewalttätiges Verhalten zugemutet.

Ziel ist es weitere Opfer zu vermeiden und Kindern und Jugendlichen einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und Aggressionen zu vermitteln.Wir bieten Ihnen hier einen Überblick über verschiedene Angebote des Anti-Aggressivitäts-Training ® (AAT) und des Coolnesstraining ® (CT) im Martinswerk.

Coolnesstraining ® (CT) im Martinswerk

Zielsetzung

Das CT richtet sich an gewaltbereite, aggressive Kinder und Jugendliche, deren potenzielle und tatsächliche Opfer und an die scheinbar unbeteiligten Beobachter. Im Handlungsviereck von Täter, Opfer, Gruppe und Einrichtung, die alle für die Bedingungen der Gewaltereignisse verantwortlich sind, werden Verhaltens-alternativen erarbeitet.
Ursachen, Auslöser und Gelegenheiten gewalttätigen Verhaltens stehen dabei im Zentrum der Auseinandersetzung.

Inhaltlich  orientieren wir uns an folgend Zielen, die wir durch unterschiedliche Methoden zu erreichen suchen:

  • die Verfestigung eines zivilisatorischen Standards der Friedfertigkeit
  • die Stärkung der Kompetenz der "Peer-Group" für schwierige Situationen    
  • die Stärkung der Opfer
  • die Sensibilisierung der Täter

Zielgruppe

Das CT richtet sich an gewaltbereite und aggressive Kinder im Alter zwischen 9 und 13 Jahren mit entsprechender Verweildauer in der Einrichtung. Die Zusammensetzung der Gruppe erfolgt entweder entsprechend einzelner Wohngruppen oder Wohngruppen übergreifend.
Die Gruppenstärke beträgt 6-8 Teilnehmer.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahme am CT ist entweder freiwillig, im Konzept der einzelnen Wohngruppe festgeschrieben oder wird vom zuständigen Jugendamt festgelegt.
Die Teilnehmer müssen sprachlich und intellektuell in der Lage sein, den Inhalten des Trainings folgen zu können.

Ausschlussgründe vom CT

  • (massive) psychiatrische Erkrankungen
  • starke geistige Behinderung

Durchführung des CT

Das CT wird in der Einrichtung von einem Trainer mit pädagogischer Fachausbildung und einer Zusatzqualifikation als Anti-Gewalt-Trainer ®  bzw. als Coolnessstrainer ®  sowie einem Co-Trainer durchgeführt.
Es ist so strukturiert, dass über einen Zeitraum von 6-8 Monaten einmal wöchentlich eine Sitzung von 2 Std. Dauer stattfindet.
Je nach Bedarf können Einheiten innerhalb des CT insbesondere zeitlich und räumlich variiert werden.
In den Trainings werden sowohl sportpädagogische- und erlebnispädagogische- als auch theaterpädagogische Spiele/Elemente genutzt.

Innerhalb des CT werden mit den Teilnehmern Regeln und Normen erarbeitet und installiert. Bei Regel- und Normverstößen erfolgt sofortige Konfrontation. Wir reagieren auf Kleinigkeiten, damit Größeres erst gar nicht passiert.

"Niemand hat das Recht, den anderen auszugrenzen, zu beleidigen oder zu verletzen. Geschieht dies dennoch, erfolgt Konfrontation."

Anti-Aggressivitäts-Training ® (AAT) für männliche jugendliche im Martinswerk

Zielsetzung

Antigewalttrainings haben die Zielsetzung, aggressive und gewaltbereite Jugendliche und Heranwachsende mit ihrem Verhalten zu konfrontieren, um der Anwendung jedweder Gewalt vorzubeugen und entgegen zu wirken.
Aggressive Jugendliche sollen lernen, trotz körperlicher Stärke und vielfach vorhandener Opfergeschichte ihrerseits, auf Gewaltanwendung zu verzichten.

"Zurückhaltung ist Stärke - Gewalt ist Schwäche"

Zielgruppe

Jugendliche von 14 bis 20 Jahren, die durch besonders aggressives Verhalten auffallen und bei denen eine entsprechende Verweildauer in der Einrichtung vereinbart wurde.
Die Gruppengröße variiert zwischen 6 - 8 Teilnehmer.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahme am AAT ist entweder freiwillig oder sie wird in Absprache mit dem zuständigen Jugendamt bzw. gerichtlich angeordnet.
Die Teilnehmer müssen sprachlich und intellektuell in der Lage sein, den Inhalten des Trainings folgen zu können.
Vor dem ersten Training müssen die Teilnehmer an einem längeren Erstinterview in Form eines Einzelgesprächs mit Fragebogen teilnehmen.

Ausschlussgründe vom AAT:

  • Psychische Erkrankung
  • Drogenabhängigkeit
  • Sexualstraftäter

Schwerpunkte in der Durchführung des AAT

  • Konfrontation mit dem aggressiven Verhalten
  • Abbau der Rechtfertigungs- und Neutralisierungsstrategien
  • Vermittlung der Opfersichtweise, Schaffung von Betroffenheit über das angerichtete Elend
  • Infragestellung der Zwangsweisen  Notwendigkeit von Gewalt und das Erlernen von Schlichtungs- und Deeskalationsstrategien
  • Erarbeitung einer individuellen Provokationshierachie und Lernen trotz Provokation gelassen zu bleiben

Durchführung und Organisation

Das AAT ist so strukturiert, dass über einen Zeitraum von 6-8 Monaten einmal wöchentlich Sitzungen von 2 Std. Dauer stattfinden.
Je nach Bedarf können Einheiten innerhalb des AAT insbesondere zeitlich und räumlich variiert werden.

Das zur Verfügung stehen von Material aus dem Sportpädagogischen Bereich, der Abenteuer und Erlebnispädagogik, moderner Moderations- und Präsentationsmedien sowie geeigneter Räumlichkeiten (Turnhalle) sind elementare Voraussetzung für eine erfolgreiche Durchführung eines Anti-Aggressivitäts-Trainings.

Das AAT wird in der Einrichtung von einem Trainer mit pädagogischer  Fachausbildung und einer Zusatzqualifikation als Anti-Gewalt-Trainer sowie einem Co-Trainer durchgeführt.
Begleitet wird das AAT durch eine enge Zusammenarbeit der Trainer mit den Wohngruppen aus denen die einzelnen Teilnehmer kommen. Eine konfrontativ- pädagogische Erziehungshaltung muss Eingang in die Erziehungsarbeit der einzelnen Gruppe finden.
Anleitung und Beratung wird durch die AGT -Trainer gewährleistet.
Wir reagieren (pädagogisch nicht juristisch!) auf Kleinigkeiten, damit Größeres erst gar nicht passiert.